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Brandenburg – Radwege mit Qualität

Von admin | 23.November 2009

Ein Artikel von Ulrike Wachotsch

Knapp 5.000 Kilometer Radwanderwege sind in Brandenburg in den vergangenen Jahren geschaffen worden. Insbesondere in die Befestigung der Oberflächen, überwiegend in Asphalt und die Ausschilderung wurde investiert. Bekannt ist Brandenburg deutschlandweit eher für Kopfsteinpflaster und Sandpisten. Doch es ist erklärtes Ziel der Landes-Touristiker die Qualität zu steigern.

Die Zahl vorhandener Radrouten ist kaum zu überblicken. Alle Radrouten abfahren kann wohl keiner mehr. Wie also ein Ziel für die Radreise auswählen? Seit Ende des Jahres 2008 bewertet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Radwege mit Sternen von eins bis fünf analog zur Bewertung von Hotels. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der guten Befahrbarkeit, Beschilderung und schöner Wegeführung. Außerdem bewertet werden: Kartenmaterial, dichte von Übernachtungsmöglichkeiten, Logo und Namensgebung.

Die Überprüfung nach strengen Kriterien des ADFC bestätigt die Bemühungen der Reiseregion. Insgesamt acht Radfernwege wurden im Juli 2009 vom ADFC mit drei und vier Sternen bewertet. Insgesamt sind nur 15 Radrouten nach den Qualitätskriterien bewertet worden. Brandenburg nimmt demnach den Spitzenplatz im der Qualität der Radwege ein. Zu Recht wie ich als Brandenburgerin finde. Viele der Radwege bin ich selbst abgefahren und stelle fest, hier lässt es sich locker Radeln. Nur bei der Beschilderung ist sich noch Verbesserungsbedarf. NRW ist hier im Vergleich ein Stück weiter.

Folgende Wege in Brandenburg sind vom ADFC als Qualitätsradwege bewerte worden:
4 Sterne

3 Sterne

Einige dieser Radwege sind noch recht jung, so dass es für diese noch keine Reiseführer oder keine Radreisepauschalen gibt. Die etablierten Radwege: Berlin-Kopenhagen, Fürst-Pückler-Weg, Oder-Neisse-Radweg und Spreeradweg sind bei Radreisenden sehr beliebt. Als Radreiseexpertin für Berlin und Brandenburg stelle ich auf meiner Internetseite www.radpartie.de für Sie eine Übersicht über die vorhandenen Angebote zusammen.

Themen: Reiseziele | 1 Kommentar »

Unterwegs mit Gepäck – das Fahrrad richtig beladen mit Lowridern

Von admin | 22.September 2009

Gerade bei längeren Radreisen bzw. Radtouren stellt sich die Frage, wie das viele Gepäck sinnvoll verstaut und transportiert werden kann. Neben den klassischen Taschen am Gepäckträger hinten gibt es auch die Option, eine Lenkertasche sowie so genannten Lowrider an der Vordergabel zu verwenden. Als Lowrider wird im allgemeinen eine Haltevorrichtung für Gepäcktaschen an Fahrrädern bezeichnet, die üblicherweise an der Vordergabel befestigt und tiefer gelegen ist als der übliche Gepäckträger über dem Hinterrad.

Folgende Tipps entstammen einer Diskussion aus der XING-Gruppe Radreisen & Radurlaub:

Lowrider
Ein Lowrider ist auch bei relativ wenig Gepäck sinnvoll. Ein Lowrider verschiebt den Schwerpunkt des Fahrrads nach vorn und nach unten und ergibt insgesamt eine wesentlich stabilere Straßenlage. Teilweise werden Lowrider auch bei halb gefüllten Taschen bevorzugt, da sich durch die Taschen hinten ein relativ hoher Schwerpunkt ergibt, der unter Umständen sogar oberhalb des Gepäckträgers liegt.

Idealerweise sollte das Gewicht wie folgt verteilt werden: 1/3 des Gepäck-Gewichts in Lowridern vorn und 2/3 in Gepäcktaschen hinten, die idealerweise unterhalb des Gepäckträgers sitzen. Sperrige Gegenständige, die nicht in die Satteltaschen oder Lowrider passen, wie z.B. ein Zelt, können natürlich auch auf dem Gepäckträger transportiert werden. Zusätzlich ist eine Lenkertasche praktisch , um die Dinge aufzubewahren, die man schnell und unkompliziert zur Hand haben möchte. Als Beispiel sind hier Radweg-Karten, Handy oder Ausweisdokumente zu nennen.

Fahrverhalten
Zur Diskussion steht bei der Nutzung von Lowridern das vermeintlich schlechtere Lenkverhalten. Im Praxiseinsatz erweisen sich Lowrider für geübte Fahrer allerdings als völlig problemlos und erzeugen teilweise sogar ein insgesamt stabileres Fahrverhalten. Der nach vorn gelegte Schwerpunkt sorgt für eine bessere Haftung der Vorderräder, was z.B. in sandigen Wegabschnitten oder bei schnellen Abfahrten ein großer Vorteil sein kann.

Tipp: Weniger ist in diesem Fall mehr! Jedes überflüssige Gepäckstück erhöht das Gesamtgewicht und kostet zusätzliche Energie während der Tour. Einen Überblick über die wichtigsten Kleidungsstücke liefert diese Packliste.

Themen: Ausrüstung | 2 Kommentare »

Kein wunder Po beim Radeln – Empfehlungen von genussradeln-pfalz

Von admin | 8.April 2009

Beim Radeln haben viele Menschen ein Problem über das ungern gesprochen wird. Der Po wird wund und brennt obwohl schon viele Sattel und unterschiedliche Radhosen ausprobiert wurden. Das Sitzen auf dem Sattel wird zur Qual. Radfahren macht keinen Spaß mehr – es gibt sogar Leute, die deswegen das Radfahren ganz aufgegeben haben. Diese Beschwerden treten noch verstärkt bei heißen Temperaturen im Sommer auf.

„Dagegen hilft in sehr vielen Fällen ein sehr einfaches Mittel“, so Norbert Arend, selbst aktiver Radler und Veranstalter von exklusiven Radreisen (www.genussradeln-pfalz.de). Man kaufe in der Apotheke oder auch in gut sortierten Drogerien für wenig Geld Hirschtalgcreme. Der Po wird vor der Radtour prophylaktisch eingecremt. Diese Prozedur wiederholt sich während der Tour und am Ende. Damit kann in sehr vielen Fällen ein wunder Po vermieden werden und das Radeln ist wieder ein Genuss.

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Fit durch den Winter – Training auf der Rolle

Von admin | 26.Januar 2009

Bewundernswert sind die Radfahrer unter uns, die sich bei Wind und Wetter auf das Rad schwingen. Das Sprichwort, dass es kein “falsches” Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt, gilt aber selbst für die hartgesottensten Ganzjahresradler auch nur so lange, wie kein Schnee oder Eis längere Radtouren unmöglich machen.

Aus dem Rennrad-Bereich kommen die sogenannten Trainingsrollen (Rolle, Rollentrainer). Dabei wird am Hinterrad, meist an der Hinterrad-Nabe, ein Gestell montiert, welches dem Rad einen sicheren Stand verleiht. Der Widerstand für das Treten wird dann durch eine Rolle erzeugt, die gegen das Hinterrad drückt. Von dieser Rolle hat das Trainingsgerät auch seinen Namen. Der Widerstand der Rolle kann dabei, je nach Art und Ausführung, in verschiedenen Stufen bequem vom Lenkrad aus verstellt werden. In Kombination mit der Gangschaltung sind dadurch unterschiedliche Belastungsszenarien möglich.

Um der gesamten Konstruktion entsprechende Stabilität zu geben, wird das Vorderrad meist in eine entsprechende Vorrichtung gestellt. Aktuelle Modelle sind vergleichsweise geräuschsarm, so dass sie auch bequem in der Wohnung verwendet werden können. Für einen gemütlichen Fernsehabend ist die Geräuschkulisse durch Kette und Rolle dann allerdings doch etwas zu hoch.

Alles in allem bieten die Rollentrainer eine gute Alternative bei schlechtem Wetter, um mit einer gewissen Grundfitness in die Radreise-Saison zu starten. Durch den geringen Platzbedarf und die Nutzung des auf die persönlichen Bedürfnisse (im Idealfall) perfekt eingestellten Rades, liegen die Vorteile gegenüber einem klassischen Heimtrainer klar auf der Hand. Je nach Anspruch und Nutzungshäufigkeit sollte man mit einer Investition ab etwa 250,- Euro rechnen. Nach oben sind, wie so oft und Dank diverser Spielereien und innovativer Weiterentwicklungen, natürlich auch hier fast keine Grenzen gesetzt.

Themen: Ausrüstung, Tipps & Tricks | 4 Kommentare »

Lüsterklemmen zur Reparatur von Bremszügen und Schaltzügen

Von admin | 17.Dezember 2008

In den meisten Packlisten für längere Radurlaube bzw. Radreisen wird die Mitnahme von Ersatz-Bremszügen und Ersatz-Schaltzügen empfohlen. Da diese Teile bei guter Pflege und Kontrolle vor der Abreise nur selten einen Defekt erleiden, wird auf die Mitnahme dieser Ersatzteile erfahrungsgemäß gerne verzichtet.

Eine (platzsparende) Alternative für die Reparatur von Brems- und Seilzügen stellt die Verwendung von Lüsterklemmen dar, die in jedem Bau- oder Elektromarkt erhältlich sind. Mit einer Lüsterklemme und einem Schraubendreher lassen sich die Züge problemlos wieder verbinden und halten im Regelfall bis zur nächsten Werkstatt.

Achtung: Diese Konstruktion ist nur eine Übergangslösung und nicht in gleichem Maße belastbar wie intakte Brems- oder Schaltzüge.

Dieser Tipp stammt von unserem Community-Mitglied Matthias Aue.

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Reiseunterkünfte weltweit – bookhostels.com

Von admin | 17.Dezember 2008

Für die Auswahl und Buchung von Unterkünften in Deutschland oder im benachbarten europäischen Ausland gibt es inzwischen eine Vielzahl an verfügbaren Services. Wenn eine Radreise außerhalb von Europa geplant ist, empfiehlt es sich einen Blick auf die Website http://www.bookhostels.com zu werfen. Diese bietet einen weltweiten Vermittlungsservice für Hostels an. Bei der Buchung wird ein geringer Betrag per Kreditkarte angezahlt, die Restzahlung erfolgt in bar direkt vor Ort.

Tipp: Der Service von http://www.bookhostels.com funktioniert, da weltweilt, natürlich auch für den deutschsprachigen Raum.

Dieser Tipp stammt von unserem Community-Mitglied Matthias Aue.

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Fliegende Fahrräder – Fahrrad-Transport im Flugzeug

Von admin | 12.November 2008

Ein Artikel von Dirk Herms

Deutschland ist schön… besonders zum Radreisen. Gute Infrastruktur, Radlerhotels, -Pensionen und vorbildlich ausgebaute Radwege die allesamt in aufwendiges Kartenmaterial gepackt sind. Aber vielleicht genau deshalb möchte der Radreisende mal raus und in Norwegen in freier Wildnis Campieren oder sich in Finnland fragen, wo es einen Laden zum Einkaufen gibt oder einfach nur die Weite Alaskas erleben. Dann hat er in der Regel nur eine Möglichkeit: Das Flugzeug.

Grundsätzlich ist es überhaupt kein Problem, das Fahrrad im Flugzeug mitzunehmen. Im Reisebüro muss natürlich bei der Buchung der Transport gleich mit angemeldet werden, am besten das Rad als Sportgepäck deklarieren. Bei den Fluglinien gelten Fahrräder als Sperrgepäck und die haben für den Transport leider auch unterschiedliche Konditionen.

Der günstigste Fall: die Airline transporiert das Rad völlig umsonst.
Der Normalfall: Es wird eine Gebühr erhoben, üblich bei Charterflügen.
Der Supergau: Das Gewicht des Fahrrades wird mit dem Freigepäck verrechnet und wenn dies überschritten wird, ist eine Gebühr fällig, die wirklich happig ausfallen kann und und am Schalter persönlich zur Kurzatmigkeit führt. Durch das mitgeführte Gepäck schnellt das Gewicht natürlich zusätzlich in die Höhe.

Also vorher sehr gut informieren und bei der Airline anrufen!

Wenn der Teil geklärt ist, geht’s ans Verpacken. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten mit verschieden Vor- und Nachteilen. Das regelt jeder nach seinem Anspruch… und Geldbeutel.

Die teuerste aber wahrscheinlich sicherste Variante ist der Transportkoffer oder -tasche. In ihm/ihr hat das komplette Rad schön gepolstert Platz. Aber hier stellt sich die Frage, wohin mit dem Koffer am Ankunftsort. Zusätzlich schwierig wird es, wenn Ankunfts- und Ablughafen nicht identisch sind. Und die Dinger sind nicht gerade günstig.

Günstiger sind dagegen gebrauchte Fahrradkartons vom Fahrradhändler. Die geben sie kostenlos und auch gerne ab. Am Ziel können sie dann (natürlich umweltgerecht!) entsorgt werden.

Die Sparversion sind Rohrdämmungen oder Luftpolsterfolie mit denen nur der Rahmen verkleidet wird. Luftpolsterfolie hat aber den Vorteil, dass sie zusammengefaltet mit auf die Reise kann, wenig Platz wegnimmt und daher mehrmals verwendet werden kann.

Aber irgendeine Art von Schutz ist nötig, da die Herren, die die Räder im Flugzeug verstauen, in der Regel sehr grobmotorisch sind und erfahrungsgemäß wenig pfleglich mit den Rädern umgehen, da sie wie die Heringe in die Container gepresst werden.
Die Räder selber müssen (da sind sich alles Airlines übrigens mal einig) wie folgt „flugtauglich“ gemacht werden:

Beim Check-In wird das Rad dann separat abgeholt und wird auch gesondert vom Gepäck am Zielflughafen ausgegeben, meist da wo auch das Sperrgepäck ist. Also an dem Gepäckband wartet man vergeblich auf sein Rad. Nach dem Empfang sollte man gleich den Gesamtzustand prüfen und entstandene Schäden melden und dokumentieren lassen (ist für die Versicherung wichtig, wenn der Schaden größer ist).

Jetzt gibt’s nur eines zu tun: Rad wieder fahrtauglich machen und ab auf die Strasse…

Es sei noch gesagt, dass alles hier genannte auf eigenen Erfahrungen beruht. Es kann Abweichungen geben da man es immer mit Menschen zu tun hat, deren Handlungsspielraum Ermessenssache ist und Dinge vielleicht anders erledigen als gedacht oder gewünscht. Aber was bei allen Personen gut ankommt und einem meist weiterhilft ist Freundlichkeit und Respekt… auch wenn es manchmal schwer fällt.

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Schlauch geplatzt / Mantel defekt – Gras ausstopfen

Von admin | 7.November 2008

Frei nach Murphys Gesetz fährt man sich genau dann einen Platten, wenn man weder Flickzeug noch Ersatzschlauch dabei hat. Oder schlimmer noch: Der Schlauch platzt. Mit normalem Flickzeug kommt man bei einem geplatzten Schlauch in der Regel auch nicht wirklich weiter, da sich mit diesem nur kleinere Löcher verschließen lassen. Auch bei einem gerissenen Mantel, was unweigerlich zum Platten führt, ist mit Flickzeug oder sogar einem neuen Schlauch nicht viel auszurichten.

In den oben genannten Fällen hilft folgender Tipp: Zunächst Mantel und Schlauch entfernen. Im zweiten Schritt den Fahrrad-Mantel mit Gras und/oder Stoffresten möglichst fest ausstopfen und wieder auf die Felge ziehen. Mit dieser Konstruktion kann man im Regelfall ohne Beschädigung der Felge und erstaunlich komfortabel bis zur nächsten Werkstatt fahren.

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TourTransAsia – 14.200 Kilometer mit dem Fahrrad von Brunei zum Baikalsee

Von admin | 3.November 2008

Ein Bericht von Marco Altmann / Jack Thoms, Fotos Marco Altmann / Jack Thoms

Wer das Hauptstadtspiel kennt, der kennt Bandar Seri Begawan. Es ist die Hauptstadt des kleinen, aber unglaublich reichen Sultanats Brunei auf der Insel Borneo und Ausgangspunkt unserer Entdeckungsreise. In sieben Monaten ging es vom Äquator aus einmal quer über den asiatischen Kontinent bis in den hohen Norden nach Sibirien zum legendären Baikalsee. Wir Jack Thoms (34) und Marco Altmann (27), haben uns damit einen Wunsch erfüllt, von dem wohl viele träumen. Mit dem Fahrrad für eine Zeit lang aussteigen, um mit minimalem Gepäck und mit Muskelkraft die Welt zu erobern.


Angefangen hatte alles mit einer Weltkarte, die uns während unserer gemeinsamen Zeit an der TU Berlin in einem Büro unablässig von der Wand auffordernd anstrahlte. Allzu oft drifteten die Gedanken von wissenschaftlichen Logistikthemen ab und gingen auf Weltreise. Für zwei sportbegeisterte Radenthusiasten stand schnell fest: Hier haben sich zwei Globetrotter gefunden, deren Vorstellungen vom Reisen geradezu ideal harmonieren.
Es dauerte noch etwas mehr als 4 Monate, bis wir alle notwendigen Impfungen, Visa und die Ausrüstung zusammen hatten. Am 11.03.2007 standen wir schließlich auf dem Flughafen Frankfurt/Main vor einem Flugzeug der Royal Brunei Airline und vor den bislang spannendsten sieben Monaten unseres Lebens.
Auf unseren Rädern erlebten wir hautnah die Vielfalt der Landschaften und Kulturen des asiatischen Kontinents. Wir schwitzten unter der tropischen Sonne Malaysias und Thailands, erfuhren die Armut und das Elend der Landbevölkerung in Kambodscha, verirrten uns im undurchdringlichen Dschungel von Laos, bewunderten die Architektur der Reisterassen in Vietnam, bestaunten ehrfürchtig die schneebedeckten Gipfel des Himalaya in China, genossen die Abgeschiedenheit und Ruhe in der Wüste Gobi und verspürten die Magie des legendären Baikalsees in Sibirien.
Geprägt für unser Leben haben uns die Begegnungen mit den Menschen am Wegesrand, die uns immer wieder mit ihrer Offenheit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft bezauberten. Die Neugier war auf beiden Seiten gleichermaßen groß und so vertieften wir uns trotz aller Sprachbarrieren immer wieder in lange Gespräche. Oft reichten ein Lächeln und einige freundschaftliche Gestiken aus, um gegenseitige Sympathie und Vertrauen zu erzeugen.


Für dieses hautnahe Erlebnis des Reichtums der Kulturen und der Farbenpracht der Natur nahmen wir gern all die Strapazen in Kauf, die auf einen Fahrradreisenden warten. Und so steht für uns beide fest, dass es nicht die letzte große Radtour in unserem Leben gewesen sein wird.

Jack Thoms war von 2001 bis 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bereich Logistik der TU Berlin und ist derzeit an der European Business School in Wiesbaden beschäftigt.
Marco Altmann ist Diplomand an der TU Berlin im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.

Neben zahlreichen Bildervorträgen, auf denen Sie über ihre Erlebnisse berichtet haben, sind einige Erlebnisse aus Ihrem Tagebuch auf ihrer Internetseite www.tourtransasia.de zu finden.
Für alle Freunde der russischen Sprache findet sich ihr Reisebericht in der russischen GEO (online) Ausgabe unter: http://www.geo.ru/journalarticle/item/id/729/

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Mit dem Rad von Vancouver nach San Francisco

Von admin | 29.Oktober 2008

Ein Road-Movie der besonderen Art- ein Bericht von Gerhard Illig, Ursula Roth, Fotos: Gerhard Illig

Wir verlassen den Bauch der Autofähre in Schwartz Bay auf Vancouver Island als Letzte. Gemeinsam mit drei anderen Bikern warten wir auf das Signal, den Reifen endlich auf festen Boden setzen zu dürfen. Schnell stellt sich heraus, dass wir ein gemeinsames Tagesziel haben und beschließen kurzerhand, im Konvoi zu fahren. Ralph und Carol aus Seattle sind ein eingespieltes Tandemteam. Carol sitzt hinten, hat eine fein ausgetüftelte Streckenbeschreibung an den Lenker geklemmt und gibt Anweisungen: “Die Nächste rechts, dann 1,5 Meilen geradeaus und an der Ampel links”. Pat ist ein lustiger Geselle, der gerne an unserer Seite radelt und ein Pläuschchen hält. Uns erspart das Gespann lästige Orientierungsstopps. Wir können ihnen einfach hinterherjagen und die Fahrt genießen.


In Victoria stolpern wir in das fröhliche Spektakel eines Drachenbootrennens. Es ist eines dieser unvorhergesehenen Erlebnisse, welche diese Reise noch häufig bereichern werden. Kurz darauf nimmt uns die nächste Fähre Richtung Port Angeles in Washingtonmit. Besorgt müssen wir zusehen, wie sich über dem Festland vor uns schlechtes Wetter zusammenbraut. Bald zucken Blitze über den Gipfeln der Olympic-Mountains, Regen peitscht gegen die Scheiben des Schiffes. “Welcome to America”, grinst Pat ironisch. Als wir schließlich an Land gehen, hat sich der Regen verzogen. 30 Kilometer später sitzen wir bei einem vorzüglichen Dinner in einer urgemütlichen Lodge am Nordufer des Crescent Lake. Hinter der Panoramascheibe spannt sich ein Regenbogen hoch über den Bergsee auf.
Unsere Tour führt von British Columbia in Kanada durch die US-Bundesstaaten Washington, Oregon und Kalifornien, meist entlang der pazifischen Küstenlinie. Unter Radfahrern gilt die ca. 1.900 km lange Strecke als Klassiker, weil sie landschaftlich besonders viel zu bieten hat. Das Höhenprofil ist anspruchsvoll, aber nicht alpin; und wer genug Ausdauer hat, um die oft weiten Distanzen zwischen den Ortschaften zu überwinden, hat auch gute Chancen, jeden Abend ein Quartier zu finden.


Nach dem Crescent Lake passieren wir den Hoh-Rain-Forest, den nördlichsten Regenwald der Erde. Große Regenmengen im Winter und häufiger Nebel im Sommer führen zu stark ausgeprägtem Wachstum von Farnen und Flechten, welche die Bäume überwuchern und den Wäldern ein bizarres Aussehen verleihen. Auch wir machen Bekanntschaft mit dem “Drizzle”, dem durchdringenden Nieselregen, der Radfahrer in schrullige Restaurants und kuschelige Lodges schickt. Dem Ruby Beach allerdings, dessen Atmosphäre von riesigen Mengen angeschwemmter Baumstämme und aus dem Wasser ragenden Felsen, den “Stacks”, geprägt ist, steht das graue Wetter gut zu Gesicht. Es steigert den melancholischen Charme dieses wunderbaren Ortes.
Um Oregon zu erreichen, überqueren wir die Mündung des Columbia-River über die fünf Kilometer lange Astoria-Bridge. Bei starkem Verkehr ist sie ein gefürchtetes Fahrradhindernis, weil die oft heftigen Winde die Radler in die Fahrbahnmitte schieben können. Wir haben Glück, denn wir erreichen die Brücke an einem lauschigen, verkehrsarmen Freitagabend und genießen die Überfahrt bei herrlichem Licht.
An der Küste Oregons werden die Stacks unsere ständigen, in allen Variationen auftauchenden Begleiter. Und wir bekommen kaum genug davon. Indes kämpft der Highway 1 in endlosen Kurven gegen die Küstenlinie an und fordert von Bikern durch reges Auf und Ab einiges an Kondition. Aber je weiter wir uns Kalifornien nähern, desto moderater werden die Steigungen. Dazu kommt, dass sich das Wetter stabilisiert und der Wind uns immer häufiger von hinten schiebt.


Auf der schmalen Avenue of the Giants in Kalifornien ändern sich die Temperaturen noch einmal. Die Baumriesen lassen teilweise so wenig Licht durchdringen, dass es empfindlich kühl werden kann. Dennoch ist es ein besonderes Vergnügen, mit allen Sinnen langsam durch diesen Zauberwald zu gleiten.
Danach wird es immer heißer und die Vegetation sehr karg, das vertrocknete Weideland reicht oft bis hinunter ans Meer. Trotz der Hitze müssen wir unsere letzten Etappen ausdehnen, denn wir haben durch den Regen in Washington Zeit verloren, die wir wieder gutmachen wollen. Unser Rückflugtermin steht fest und wir wollen schließlich San Francisco ein paar Tage widmen. Unsere Form steigert sich enorm, wir holen den Rückstand auf und nähern uns am Ende planmäßig der Stadt. 30 Kilometer vor dem Zieleinlauf auf der Golden Gate Bridge haben wir eine Panne, die uns zwei entscheidende Stunden kostet und dazu führt, dass wir Downtown erst bei Dunkelheit erreichen. Das ersehnte Zielfoto muss also in den nächsten Tagen nachgeschossen werden.
Das Ankommen fällt uns nach drei Wochen ständigen Unterwegsseins zunächst gar nicht so leicht. Aber da es in San Francisco vor Radlern nur so wimmelt, fühlen wir uns dort schnell heimisch und erkunden die Stadt mit dem Bike. Ohne Gepäck ist das selbst bei den vielen Hügeln ein Vergnügen.

Nähere Informationen:

Blog Gerhard Illig: http://blog.prinz.de/nuernberg/author/gerhard_illig
Vicky Spring and Tom Kirkendall: Bicycling the Pacific Coast, http://www.mountaineersbooks.org
Kartenmaterial & Reiseinfos für USA-Touren: http://www.adventurecycling.com
Fahrrad-Anbieter: http://www.cycles-for-heroes.com

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